365 Tage KITS Teil 2 – Ein Semester Darmstadt

Nun, da ich meine Wohnung bezogen hatte und mich auf dem Campus zurechtfand, war ich bereit zu neuen Taten. Die Hochschule Darmstadt begrüßte ihre Erstsemester mit einer Veranstaltung im Staatstheater und ehe man sich versieht, ist man wieder im DVZ.

Ich komme ursprünglich aus Wismar und bin vor nunmehr acht Jahren auf die wunderschöne Ostseeinsel Poel gezogen. Hier ist einfach alles ein bisschen provinziell und, sagen wir mal, entschleunigt. 2014 habe ich mein Abitur erhalten und im Anschluss ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Währenddessen wurde ich auf die Stellenanzeigen des DVZ aufmerksam und ich bewarb mich für das duale Studium mit Spezialisierung auf IT-Sicherheit. Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhielt wenig später eine Zusage, ab dem 1. Oktober 2015 Mitarbeiter des Datenverarbeitungszentrums sein zu dürfen und ab dem Wintersemester 2015/16 an der Hochschule Darmstadt (h_da) zu studieren.

Vorhang auf für Erstsemester

Am 5. Oktober 2015 begrüßte die h_da die viertausend „Neuen“ unter ihren fünfzehntausend Studierenden. Eine Veranstaltung vor unglaublich schöner Kulisse mit einer sehr netten Begrüßungsansprache. Im Foyer des Darmstädter Staatstheaters präsentierten sie die verschiedenen Fachbereiche und buhlten mit allerlei Werbegeschenken um die Aufmerksamkeit der neuen Studenten und Studentinnen. Bei Verlassen des Staatstheaters erwartete mich erneut eine große Menschenmenge, die sich um einen LKW versammelte. Man konnte annehmen, dass es hier irgendetwas umsonst gäbe und dem war auch so. Alle Ersties erhielten eine Umhängetasche mit Erstsemester-Erstausstattung: Timer, Stadtplan und Gutscheine für allerlei Lokalitäten in Darmstadt. Und wo wir gerade am Staatstheater sind: Mit der „CampusCard“, dem h_da-Studienausweis, ist es nicht nur möglich, das komplette Nahverkehrsangebot des Rhein-Main-Verkehrsverbundes zu nutzen, man bekommt auch Freikarten fürs Theater.

Noch in der ersten Semesterwoche, wurden die neuen dualen Informatikstudenten vom Verein ehemaliger KoSI-Studierender eingeladen, sich in gemütlicher Runde Erfahrungsberichte liefern zu lassen, Erwartungen auszutauschen und ins Gespräch zu kommen. Dieser Austausch erfolgte in einer Bar mit Blick über die Wissenschaftsstadt Darmstadt bei Cocktails und Pizza. Hier waren, wie auch sonst, die meisten ziemlich überrascht, als ich von meinem Partnerunternehmen berichtete. Ich habe wohl mit Abstand die größte räumliche Entfernung zwischen Hochschule und Betrieb.

Jetzt wird’s ernst

Die Studieninhalte im ersten Semester wurden in Form von Vorlesungen vermittelt und in den meisten Modulen durch Praktika untermauert. Letztere stellen zugleich die Prüfungsvorleistung dar. Die Lehrveranstaltungen von fünf Modulen wurden zusammen von Studierenden von KoSI, KESS und KITS besucht, ein weiteres war KITS-exklusiv.

In dreizehn Wochen Vorlesungszeit verbrachte ich gut zweihundert Stunden in Hörsälen, weitere sechzig in Laboren und unzählige in häuslicher Vorbereitung, um am Ende des Semesters mit sechs bestandenen Prüfungen, zugegebenermaßen bedurfte es bei einer eines zweiten Versuchs, nach Schwerin zurückzukehren. In diesen dreizehn Wochen lernte ich einiges über Einsen und Nullen, ISO/IEC 27001 und IT-Grundschutz, Urheber- und Datenschutzrecht, Angriffe und Verschlüsselung, C++-Grundlagen und -Programmierung sowie logische Gatter und Flip-Flops. Ich habe sechs Mathe-Hausaufgaben bearbeitet, achtzehn Praktikumsveranstaltungen vorbereitet und sechs Protokolle angefertigt.

Zwischenzeitlich, um den Jahreswechsel herum, habe ich ein kurzes Gastspiel im DVZ gegeben. Aufgeregt und ziemlich neugierig kam in an einem Wintermorgen vor Weihnachten an. Sechs Tage war ich in Schwerin vor Ort, wo ich überaus freundlich in meinem Sachgebiet, beziehungsweise von dem Rest davon, der nicht im Urlaub war, aufgenommen wurde. Bereits in dieser kurzen Zeit konnte ich einiges von meinem mitgebrachten Wissen einsetzen.

In der anschließenden vorlesungsfreien Zeit sollte ich noch mehr Gelegenheiten bekommen, mein Wissen unter Beweis zu stellen, und habe den Alltag im DVZ kennengelernt. Meine Eindrücke hierzu und zum zweiten Semester in Darmstadt werden sich in meinem nächsten Beitrag wiederfinden.

 

Bildnachweis: © Olly/ Fotolia.com

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Philipp Neumann, Auszubildender IT-System-Kaufmann
Philipp Neumann, Auszubildender IT-System-Kaufmann
Über mich: Ich bin 20 Jahre alt und absolviere eine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann. Nein, das ist jetzt kein Fehler, denn inzwischen habe ich mein Studentenleben aufgegeben und bin im DVZ Auszubildender. Die Entscheidung für einen Wechsel ist mir natürlich nicht leicht gefallen. Deswegen war ich sehr erleichtert, im DVZ entsprechenden Rückhalt und Unterstützung zu finden. Es zeigt: Im Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Was nicht schlimm ist, solange man den Kurs wechseln kann.